Am Donnerstagabend, 19.09.2024, lud die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) im Weissacher Tal in die Neuapostolische Kirche Unterbrüden zu einer Andacht für den Frieden ein.
Anlass war der Weltfriedenstag am 21.09.2024. Das Thema in diesem Jahr, „Eine Kultur des Friedens fördern“, geht von der Überzeugung aus, dass Kriege in den Köpfen von Menschen entstehen. Umso wichtiger ist jeder Gedanke, jeder Schritt, jede Veranstaltung, die dem entgegenwirken.
Mit Gebet und Wortbeitrag stimmte Oliver Digel die Anwesenden auf die Andacht ein und leitete über zu „Mache mich zum Überbringer deines Friedens“, gespielt vom Orchester mit Textlesung durch Wolfgang Köpf. Darin kommt die Sehnsucht nach Frieden zum Ausdruck, die in dieser Zeit so viele Menschen in sich tragen. Der berührende Liedtext, der auf Franz von Assisi zurückgeht, war der Einstieg zum nächsten Wortbeitrag.
„Wer Frieden sucht, wird den anderen suchen, wird zuhören lernen, wird das Vergeben üben, wird das Verdammen aufgeben…“ war der Anfang des Gedichts von Schalom Ben Chorin, das Regine Pscheidl las. Mit Humor und dennoch tiefgründig erzählte Elfi Reiser anschließend die Geschichte von der alten Dame, die mithilfe einer guten Idee und einer Sonnenblume das verhärtete Herz ihrer Vermieterin erreichte. Es folgte im Dialog der adaptierte Text von Antje Wenzel-Kassmer, der der Frage nachgeht, warum sich eine Friedenstaube in den Krieg begibt und sich den schwierigen Situationen des Lebens stellt, um Frieden zu bringen.
Wie ein Segenswunsch für alle, die sich nach Frieden sehnen, wirkte der darauffolgende Chorgesang „Jesu Friede sei mit allen“ und jeder konnte fühlen, wie immer mehr Ruhe und Frieden einkehrten.
Die Geschichte des Friedenskreuzes, geformt aus Nägeln des abgebrannten Dachstuhls der Kathedrale von Coventry (England), die bei einem Angriff durch deutsche Bomben im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, erzählte Dieter Schneider. Sie macht Hoffnung, weil es Menschen gab und gibt, die vergeben können, denen der Friede wichtiger ist als die Vergeltung.
„In Times like These“ („In dieser Zeit“) trug das Orchester daraufhin passend vor, gefolgt von zwei Bibeltexten (1. Thessalonicher 5, 13-23, aus Psalm 91), die von Elfie Reiser und Regine Pscheidl gelesen wurden. Sie unterstrichen, dass Gott auch in solchen Zeiten wie den unseren ein Gott des Friedens ist und dass wir keine Angst haben müssen, solange wir uns unter seinen Schirm begeben.
Sehr ergreifend war es, den Text des russischen Kirchengesangs „Tebje pojem“, in der deutschen Übersetzung „O Herr, gib Frieden“, mitzulesen, während das Orchester dazu die Musik von Dmitri Bortnjanski spielte. Es wurde dabei so deutlich, dass der Wunsch nach Frieden keine Grenzen kennt.
Genau das spiegelte sich in den Fürbitten wider. Sie waren breit angelegt und beinhalteten die Themen „Welt / Kriegsgebiete“, „Gesellschaft / politische Verantwortliche“, „Schule / Arbeitsplatz“, „Generationen“, „Nachbarschaft“, „Familie“ sowie „Verstorbene“.
Nach dem Lied: „Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt“, wandte sich Oliver Digel mit Schlussworten an die Anwesenden und lud alle zum Gebet Jesu: „Vater unser“ ein.
Gemeinsam erklang abschließend aus vielen Herzen das Lied: „Ich bete an die Macht der Liebe“, ein Bekenntnis zum Gebot der Liebe durch Jesus Christus.
Bei einem schönen Beisammensein im Untergeschoss der Kirche bestand die Möglichkeit zum persönlichen Austausch und Gespräch. So fand dieser besondere Abend, der ganz im Zeichen des Friedens stand, einen schönen Abschluss im Kreis von Menschen, denen der Friede am Herzen liegt.
Text: Dorle Röhrle
Bilder: Gerd Österle